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    abenteuer in norwegen – skandinavien roadtrip teil III

    in norwegen geht mein lebenstraum in erfüllung

    regen im allgäu. ich sitze vor meinem großen wohnzimmerfenster und beobachte wolken beim wettfliegen in luftiger höhe. als ich am vormittag mit den hundedamen spazieren ging, schwelgte ich in erinnerungen. der regen auf feld und wiesen, roch wie in september in norwegen. wolkenbehangene alpen, erinnerten mich an nebelbehangene fjordgipfel. unser norwegen vanurlaub flackerte vor meinem inneren auge wieder in seiner vollen abenteuerlichen magie auf.

    abenteuer beginnen da, wo pläne enden

    wo waren wir stehen geblieben? ah, genau: der erste morgen auf norwegens boden. warm eingepackt in dicke socken und jacke, hüpfte ich abenteuerlustig aus dem van. kaffeduft in der nase. wildes flussrauschen. grün, grün, grün soweit das auge reichte. wer mich etwas besser kennt, weiß wie ich auf die kombi von grün und grau stehe. hier gab es genügend grüne vegetation und 50 shades of grey in form von nebelschwaden, wolken & co. in der ferne stand ein holzhaus. so eins, wie man sie aus norwegendokus kennt. weit und breit nichts als natur. mein herz rauschte ebenso ungestüm, wie der fluss. neben dem wir auf einem wunderschönen rastplatz übernachteten. emotionen fanden ihr ventil in freudestränen. einzelne regentropfen trugen sie fort. träum ich? kann das wirklich wahr sein? bin ich endlich im land der trolle und fjorde? geruch und melodie von ungebändigter natur sprachen unmissverständlich dafür. franky brachte uns heil ans ziel. wir standen auf norwegens könglichem boden.

    wie schmeckt freiheit?

    wenn du mich fragst, schmeckt freiheit nach kaffee, regen und wald. in diesem augenblick war ich so frei wie nie zuvor! wir verliebten uns instant in dieses fleckchen erde. trotz der strapazen einer spontanen anreise, konnte ich nicht mehr länger herumsitzen. ich musste umherhüpfen und vor freude quiecken. das tat ich, bis ich für kleine abenteurer musste. welch glück! unweit befand sich ein wc. spätestens jetzt wurde mir klar, weshalb so viele vanurlauber norwegen als ihre traumdestination benennen. eine derart saubere, gepflegte, beheizte, moderne und geräumige rastplatztoilette, habe ich bisher in meinem ganzen leben nicht gesehen! unglaublich, wie viel mühe und geld norwegen für tourismus investiert. ich bin noch mehr begeistert und ich dachte das ginge nicht mehr. aber wir werden sehen, das kann vielfach übertroffen werden. ein frühstück im freien später, erinnerten wir uns an unsere ursprünglich geplante strecke. der nächste stopp wäre demnach jettergrytene. gletschertöpfe, als natürliche whirlpools. allerdings stellten wir nach ankunft fest, dass diese sehenswürdigkeit aus uns unerklärlichen gründen geschlossen war. enttäuschung nummer eins.

    voller urlaubseuphorie

    was ist der sinn und zweck eines roadtrips mit einem wohnmobil? dass man zu jederzeit seinen standort, nach belieben, wechseln kann. wenns dir hier nicht gefällt, fahr woanders hin. gesagt, getan. immer schön langsam. immer mit umher schweifendem blick. auf unserem weg zum nächsten ziel, konnten wir nicht wiederstehen, am straßenrand anzuhalten und auf pilzsuche zu gehen. zu unserem glück wachsen in fast jedem wäldchen südnorwegens genügend essbare pilze. leider verspäteten wir uns im september für das beerensammeln. der kleine ausflug, bescherte zwei  herzhafte pilzmahlzeit. regnerischem wetter verdankten wir pilzsegen, aber auch klatschnasse kleidung. ein blick auf die wetterapp verriet uns, dass in nächster zeit regen, einen dominaten part unseres urlaubs ausmacht. alles klar, dann fahren wir ohne umwege zum preikestolen an die westküste südnorwegens. „somit wär das regenwetter zumindest für diesen tag mit fahren gut genutzt“, dachte ich meiner anfänglichen euphorie „und ich manifestiere uns einfach sonnenschein herbei!“ im weiteren verlauf, wirst du sehen was regenwetter im vanurlaub aus euphorie und erwartungen machen kann.

    regen, regen, nichts als regen

    nächster halt preikestolen. bewölkt aber kein regen. laut internet ein mittelschwerer wanderweg zum berühmten felsvorsprung. pah! das ich nicht lache!!! ich musste mehrmals um mein und das leben meiner hunde fürchten. ich traute meinen augen nicht, als neben mir asiatische touristinnen mit flipflops einen steilen felsen runter kraxelten! zum glück, bzw. dank dem grauen wetter wanderten weniger touris als sonst. was nicht heißen soll, dass man nicht eine viertel stunde in einer schlange anstehen muss, um das berühmte foto mit blick auf den lysefjord zu bekommen! der ausblick war in der tat magisch. der blick in die ferne. wasser, fjorde, wolkenschwaden. uns verschlug es einige male den atem, so unfassbar schön empfanden wir dieses wundersame fleckchen erde. fix und fertig vom mühsamen aufstieg saßen wir, wie zwei nasse säcke, auf dem felsvorsprung. stärkten uns für den rückweg. mir grauste es ehrlich gesagt. zu allem überfluss, stauchte ich mein fußgelenk, weil ich mehrmals auf rutschigen geröllsteinen ausrutschte. du kannst dir denken, dass die laune gen keller sank. während wir mit einem deutschen pärchen den abstieg doch noch mit humorvollen anekdoten hinter uns brachten, überlegten wir, wie es weiter gehen soll. am nächsten tag zeigte uns bibi mit ihrem hinken, dass jegliche wanderungen ebenfalls flach fallen. wir haben die strecke unterschätzt und ihr zu viel zugemutet. ab diesem zeitpunkt grämten mich gedanken wie, „warum muss ausgerechnet jetzt ein sturm über norwegen ziehen?“, „wieso habe ich es nicht verdient meinen traumurlaub zu genießen?“ oder „warum geht alles schief was nur schief gehen kann?“.

    es gibt kein schlechtes wetter, nur schlechte einstellung!

    die meisten nächte verliefen recht kalt. wir waren heilfroh um die treue standheizung. sie hat uns manch eisige nacht, in wohliger wärme durchschlafen lassen. nichts desto trotz, fiel es mir an abgelegenen stellplätzen minimal schwer, beruhigt einzuschlafen. bis auf zwei ausnahmen, machten wir gebrauch vom jedermannsrecht. wildcampen um genauer zu sein. in der regel standen wir an seen, auf ausgezeichneten stellplätzen oder an rastplätzen. in 7 von 10 fällen, fanden wir ein (beheiztes) wc mit duschmöglichkeit. ich kann mich noch gut an einen stellplatz am hafen eines schnuckeligen fischerdörfchens erinnern. an diesem abend, weinte ich vor frust bittere tränen. das schlechte wetter machte uns bei allem einen strich durch die rechnung. unsere klamotten waren ohne ausnahme durchnässt, die hunde lagen ständig im weg und miese laune brach immer wieder durch. trotz wunderschönem ausblick auf see und fähren. trotz leckerem essen. trotz allem schönen! mein mann nahm mich sachte in den arm und sagte etwas sehr wertvolles: „es gibt kein schlechtes wetter, nur schlechte einstellung!“. er hat so recht. wir dürfen uns von scheinbar unerfreulichen umständen nicht unsere freude verderben lassen. die kunst im leben besteht doch darin im regen zu tanzen und nicht auf sonnenschein zu warten! er wischte meine tränen weg, wir schliefen ein und wachten mit herrlichstem sonnenschein am morgen darauf auf.

    was isst man so als veganer in norwegen?

    einige tage unterwegs und viele kilometer später, trieb uns neugier und hunger in einen norwegischen supermarkt. teuer, wirklich sehr teuer. alles! man bedenke, dass das meiste gemüse und obst importiert werden muss. als rein pflanzlich ernährende, zieht man den kürzeren. wohlwissend um preise und fehlende vegane convenience produkte, packten wir genügend im vorfeld ein. in bergen, gönnten wir uns jedoch einen restaurant besuch. kennt man chris, weiß man ohne frage wohin es ging! zum japaner natürlich. 80€ für eine geteilte vorspeise, zwei hauptspeisen dazu zwei alkoholfreie getränke. „im urlaub gönnt man sichs eben.“ lautete unser versuch zu rechtfertigen. erst in schweden schlugen unsere vegan-herzen wieder höher. veggie hotdogs beim ikea (ja wir waren sonntags in einem ikea). das vegane mekka schlecht hin ist und bleibt jedoch malmö. dort speisten wir in einem rein veganen burgerladen, bester veggie-burger meines lebens! malmö statten wir auf jeden fall erneut einen besuch ab. allein der bezaubernden innenstadt wegen und dem reichhaltigen veganen essensangebot.

    auf der flucht vor wind und wetter

    von bergen ging es querfeldein richtung oslo. um dem orkantief zu entfliehen. dessen vorboten wir bereits schon kennenlernen durften. wind und regen! unsere strecke durchquerte den hardangervidda. ein plateaufjell norwegens und größte hochebene europas. so begab es sich, dass wir die abenteuerlichste nacht unseres lebens durchlebten. es stürmte. sprichwörtlich kamen stürzbäche vom himmel. alles was nicht niet und nagelfest war, flog durch die luft. chris suchte beim anbruch der dunkelheit ein scheinbar sicheres stellplätzchen. was sich bei ankunft als verdammt gruselige, finstere absteige herausstellte. an orten wie diesen, geschehen dinge, die man in aktenzeichen xy als ungeklärt ablegt. „hier bleib ich nicht!“ schon ging die suche von vorne los. mithilfe einer app klapperten wir das internet nach umliegenden stellplätzen ab. wer suchet der findet. mein liebster erzählte mir von einem plätzchen auf einer anhöhe mit traumhaftem blick ins tal und der möglichkeit von bergziegen geweckt zu werden. die romantische vorstellung lies mich über den waghalsigen serpentinen aufstieg hinwegsehen. beim fahren war uns gar nicht bewusst, wie schlimm die lage draußen wirklich aussah. erst als wir uns dem besagten plätzchen näherten und den motor schließlich ausstellten, kam die einsicht. unser van ist alles andere als windschnittig!!! mein tapferer ritter bemühte sich unseren campervan ordentlich abzustellen. was leicher gesagt als getan war! der wind blies ihm so stark um die ohren, dass er seine mühe hatte nicht davon getragen zu werden. 

    ist es schon einmal vorgekommen das…?

    entmutigt gab er schließlich auf und ich stimmte ihm zu, dass es besser wäre wenn wir ein lauschigeres plätzchen weiter hinten am berg suchen. im dunkeln offenbarte frankys scheinwerfer einen nachbarn. ein riesen teil von wohntrailer. der scheint mit den sturmböen kein problem zu haben. also  dann, was stellen wir uns so an? ein neuer versuch. wenige meter vom campingkollegen entfernt, gesellten wir uns unauffällig dazu. wieder wagte chris den versuch unterlegkeile anzubringen. im zuge dessen, musste er von einem seiner geliebten sneaker abschied nehmen. den hat sich hinterrucks das unartige himmlische kind gekrallt. adieu und auf nimmer wiedersehen! währendessen heizte unsere, mittlerweile arg liebgewonnene, standheizung auf volltouren. an diesem punkt unserer vanreise stellten wir fest, dass franky absolut nicht winddicht ist. es blies durch uns durch! hunde schliefen tiefenentspannt in ihrem bettchen. ich dagegen schwitze blut und wasser! so krass durchgerüttelt wurde ich nicht einmal im verrücktesten freizeitpark-fahrgeschäft! blanke panik stand mir ins gesicht geschrieben. relativ schnell verkrochen wir uns ins bett. stell dir nun bildlich vor. finstere nacht. wind und regen hämmern gegen das dach. du wirst durchgeschüttelt wie in einem cocktailshaker! ja verdammt ich hatte scheiß viel angst und meine fantasie ging vollends mit mir durch! meine frage kam also nicht von irgendwoher: „ist es schon mal passiert, das ein campervan vom wind umgeschubst wurde?“ chris brauchte nicht lang um herauszufinden, dass genau unser fiat ducato model in norwegen vom wind umgeblasen wurde!! get the fuck out of here! radfedern krächzten, chris kämpfte ein letztes mal um das auto fahrbereit zu machen und ich räumte sämtliche eigenkreierte windblocker von allen fenstern. franky grölte auf und die flucht konnte beginnen. beim abstieg fuhren wir durch eine mondlandschaft. so sah es zumindest durch übermüdete augen aus. die karge felslandschaft fiel uns erst in dem moment auf. bergseen wurden so stark aufgewühlt, dass die gischt gegen die frontscheibe schlug. ich weiß nicht, was ich ohne meinen furchtlosen begleiter gemachte hätte. tapfer räumte er einen umgefallenen baum von der straße. eine stunde später standen wir im sicheren tal und fielen todmüde ins bett. 

    ein lebenstraum geht in erfüllung

    auf einer strecke von 100 km durchfuhren wir drei von vier jahreszeiten. spätsommer, herbst und winter. magischer ginge es wohl kaum! wie im märchenbuch. ich blätterte und konnte mich nicht satt sehen. „wenn ich jetzt noch einen elch oder einen wolf begegne, haben wir so ziemlich alles erlebt!“ – sagte ich und der wunsch wurde mir von der norwegen-fee gewährt. per zufall, stießen wir auf einen naturpark mitten im nirgendwo. and guess what?! dort bot man uns an, mit halbwilden wölfen auf tuchfühlung zu gehen. halbwild aus dem grund, weil die drei 12 jährigen wolfsbrüder einst gerettet wurden und auf einem weitläufigen gehege ungestört leben durften. somit konnten sie ihre natürliche scheu wahren. ich saß einen halben meter entfernt auf einer holzbank, als einer der wolfsmännchen unwiderstehlich leckere happen verspeiste. ich denke sie trieb eher neugier als hunger zu uns. der guide betonte mehrmals, dass sie noch nie so nah gekommen sind. das heute ein besonderer tag wäre. und das war er! obwohl es den gesamten vormittag eimerweise schiffte, reißten in diesem moment die wolken auf. wir saßen zu fünft im kreis. die sonne schien auf uns und ich war umringt von wölfen. ich sah in ihre wilden augen. sie hörten mein wildes herz. ein lebenstraum erfüllte sich. alles ergab einen sinn in diesem augenblick. alle unangenehmen ereignisse. sie führten mich zu ihnen. um einmal in meinem leben diesem majestätischen geschöpf ganz nah sein zu dürfen. in seiner vollen wilden pracht.

    ein krönender abschluss

    windige aber sonnige tage genossen wir an schwedens küste. in malmö legten wir unseren letzten stopp ein. aus einem tag, machten wir zwei. so gut hats uns dort gefallen. wie sollte es auf dieser reise sein, kam ein weiteres problemchen dazu. franky verlor über 1000 km bremsflüssigkeit. allerdings verlangte uns dieser urlaub schon so viel ab, dass uns nicht einmal das schocken konnte. den krönenden abschluss jedoch zelebrierten wir auf der öresundbrücke. trotz orkanböen trauten wir uns dieses meisterwerk der menschlichen baukunst zu überqueren. chris spricht heute noch mit bebender stimme, wie er bei der überfahrt mehrere tode gestorben ist. das auto tanzte gefühlt im takt der windböen. als kurzfristige erinnerung bekam chris sogar einen leichten muskeltkater in den armen, so fest umklammerte er das lenkrad. weil ich mit meiner angst so überfordert war musste ich hysterisch lachen. was zum einen auch daran lag, dass der fahrer auf die glorreiche idee kam, beide fenster aufzumachen. im glauben, der wind würde so besser durchziehen! hinterm fahrersitz hing der vorhang zum abtrennen zum wohnraum. kannst du dir vorstellen wie das aussah? ein superheld mit einem supervanfahrercape! im prinzip ist chris für mich mein superheld. souverän kutschierte er uns durch enge pässe. schlüpfrige serpentinen. durch wind und regen. mit auslaufender bremsflüssigkeit. ich könnte nicht dankbarer sein, für seine ruhige und entspannte ritterlichkeit.

    danke norwegen, für das abenteuer meines lebens

    nie wieder vergesse ich ihn. diesen verrückten roadtrip. aber um nichts in der welt würde ich ihn eintauschen! in den kurzen 11 tagen, in denen wir unser unwesen in norwegen und schweden getrieben haben, lernte ich so viel über mich und meine partnerschaft. über das leben und im moment zu sein. über regen und sonnenschein. das allerwichtigste jedoch ist die dankbarkeit. ich bin so unendlich dankbar.

    falls du teil I und teil II der norwegen-trilogie verpasst hast, kannst du das gerne nachholen. auf instagram habe ich einige eindrücke und gedanken ebenfalls festgehalten. hast du auch schon einmal etwas ähnliches erlebt? für uns steht fest, wir werden norwegen viele weitere male besuchen.

    deine abenteuerlustige schlaumaierin

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