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  • love my family

    das leben schickt uns engel, auf vier pfoten… darf ich vorstellen: HIBIKI

    ich habe ihn sprichwörtlich von der straße aufgesammelt. vor einer woche fuhr ich abends von meiner liebsten freundin heim. da sah ich am straßenrand im gras etwas kleines weißes liegen. aus reflex, blieb ich sofort stehen. warnblinker an. ohne viel nachzudenken steuerte ich zu dem kleinen tier. völlig panisch legte sich das winzige fellbündel platt ins nasse gras. ein kätzchen! mein herz schlug ebenso wild wie vermutlich seines. mithilfe von vier jugendlichen, die sich zufällig am sportplatz aufhielten, konnten wir den kleinen flüchtling einfangen. ich packte ihn in meinen schal. an die warme brust unter die jacke. in dem moment arbeitete mein system vollautomatisch. zuhause angekommen stand ich vor der tür und klopfte. mein mann machte auf und alles was ich herausbringen konnte war: „ich hab ein kätzchen gefunden!“.

    „ohhhhhh jee, das ist ja noch so klein!“

    etwas verdutzt ließ mich mein mann ins haus eintreten. da waren wir nun. ich, vollgepumpt mit adrenalin. das kleine fellbündel, zitternd wie espenlaub. mein mann, völlig überfordert mit der situation. ich saß mich erst ein mal hin. der kleine immer noch eingemümmelt vor meiner brust im mantel. ich erzählte die story, wie der kleine um haaresbreite eines seiner neun leben verlor. ich erklärte weiter, dass ich zwar meinte alles ist okay mit dem findelkind, aber ich habe bereits meine beste freundin angerufen. ich bat sie darum, sich ihn ebenfalls anzuschauen. kaum sprach ich aus, klingelte es an der tür. „ohhhhhh jee, das ist ja noch so klein!“ begrüßte sie mich und das wackelige köpfchen, das aus der jacke hervorguckte. 

    wo ist seine mutter und wie ist er dorthin gekommen?

    ich bin meiner lieben so dankbar, dass sie da war, obwohl es ihr gesundheitlich wirklich nicht gut ging. sie untersuchte das kätzchen behutsam und meinte auch, dass dem winzling auf den ersten blick nichts fehlte. bis auf ein wild pochendes herzchen und dem schrecken, der ihm in den knochen sitzt.  ich erzählte das zuvor geschehene erneut und sie stellte eine wichtige frage: „wie ist er bloß dort hingekommen?“ gute frage! uns war sofort klar, dass der fundort definitiv näher abgesucht werden muss. vielleicht liegt dort noch irgendwo die verletzte mutter mit den geschwisterchen. so machten wir uns zu dritt mitsamt katzenbaby auf, die lage zu checken. der abend war nass, kalt und der wind pfiff uns um die ohren. nachdem wir einmal um den gesamten fußballplatz und die straße auf und ab gelaufen sind beschloss ich meine freundin heim zu schicken. sie war ordentlich angeschlagen und noch mehr konnte ich ihr wirklich nicht zumuten. leider haben wir weder geschwisterchen noch die mutter aufgefunden. nichts desto trotz, versprach ich ihr: weiter zu suchen, die naheliegende ortschaft abzufahren und sie auf dem laufenden zu halten.

    „wir haben doch schon drei katzen!“

    gesagt getan, fuhren mein mann und ich zum pferdehof, unweit des fundortes. dort verwies man uns zur weiterführenden straße richtung siedlung. nachdem wir am ersten hof den bauern aus der stube klingelten und er versicherte keine katzenwelpen zu haben, erklärte er uns schließlich wie wir zum nächsten bauernhof kommen. unsere suche stellte sich als aussichtslos heraus und so kehrten wir aufgefühlt heim. zu hause tätschelte chris dem samtpfötchen liebevoll das köpfchen und meinte: „es ist zwar traurig aber bei uns bleiben kann es nicht. wir haben doch schon drei!“. „geben wir dem kleinen zuerst etwas zu essen.“, schlug ich vor. gierig verschlang der kleine kerl (es ist ein kater, wie sich später herausstellte) das nassfutter. immer noch zitternd, kauerte er über dem napf. bei der kleinsten bewegung schreckte er hoch und verkroch sich hinter dem kühlschrank. mein herz zog sich zusammen. 

    ausgesetzt, verängstigt und zerreißende ungewissheit

    ganz offensichtlich setzte jemand vorsätzlich ein kleines katzenbaby an der straße aus, in der hoffnung jemand vom sportplatz würde ihn schon auffinden. nur das er um haaresbreite von einem vorbei rasenden auto erwischt hätte werden können, kam demjenigen nicht in den sinn, oder etwa doch?? schnell jagte ich diese fürchterlichen gedanken aus meinem kopf. 

    locken, gut zureden oder gar in der nähe stehen animierte den kleinen kater zum fauchen. wieder gab es einen stich ins herz. wie kann ich dir nur helfen? in der nacht nahmen wir unser findelkind mit ins schlafzimmer. die nacht, kannst du dir sicher denken, war kurz und nervenaufreibend. verängstigt von all den geschehnissen und neuen eindrücken verkroch sich hibiki unter dem bett und weinte. er weinte herzzerreißend. ich weinte mit. um drei uhr morgens bauten wir das bett auseinander. ich nahm ihn zu mir. beruhigte ihn und er schlief für wenige stunden auf meinem kopfkissen ein. eingekuschelt in meinen haaren. 

    am nächsten morgen ging er, wie sagt elisa so schön, „wie ein großer“ auf die katzentoilette. das samtpfötchen wusste ganz genau wo er sein geschäft verrichten muss. das freute mich. gleichzeitig warf es wiederum einige fragen mehr auf. wenn er schon katzenfutter frisst, auf die toilette geht und rund um ein traum von kätzchen ist, warum um himmelswillen landete er auf der straße???

    im sturm erobert

    am nächsten tag kramte ich sämtliches spielzeug hervor und richtete in unserem büro ein kittenzimmer ein. zunächst etwas zaghaft und eingeschüchtert, inspizierte der kleine mann seine neue umgebung. als elisa vorbeischaute, um den kleinen zu besuchen, spielte er sogar ein wenig und taute sichtlich auf. meine freundin und mich beeindruckte hibiki mit seiner unvoreingenommenheit gegenüber den hunden. ohne angst oder scheu, tapste er zielstrebig zu ihnen und fing umgehend an zu schnurren. wow, einfach unglaublich. hier bekam ich zum ersten mal das gefühl, er gehört hierher. am selben tag fuhr ich sicherheitshalber zum tierarzt, um ansteckende krankheiten auszuschließen. die gesundheit unserer drei stubentiger wollte ich nicht in gefahr bringen. zum glück, stellte sich heraus, dass hibiki nur etwas gegen ohrmilben und würmer benötigt. ansonsten ist er kerngesund und schätzungsweise 6-8 wochen alt. 

    am abend fuhr mein mann (bis dahin der festen überzeugung, der kleine wäre bei seiner mutter besser aufgehoben und man müsse ihn definitiv vermitteln) ins training. ich verbrachte den abend mit schmusen, spielen und fotografieren. als die kleine fellnase mit bibis pfote kuschelnd einschlief und eine seeligkeit ausstrahlte wurde mir klar: ich bin im sturm erobert worden!

    ich habe das gefühl, er gehört hier her

    verstand oder herz?! liebe oder vernunft?! worauf soll ich hören? chris, der eindeutig vernünftigere part unseres teams, versuchte mir liebevoll zu vermitteln, dass der kleine nicht bei uns bleiben kann. ich pflichtete ihm in allen punkten bei. aber, wie kann ich ihn jetzt noch weggeben? selbstverständlich wird ihn jeder haben wollen und unter umständen bekäme er auch ein gutes für-immer-zuhause, aber ich fühle mich nicht gut dabei. wie mein liebster vernunftsmensch schon richtig festgestellt hatte, als ich zur tür eintrat, „bei noch tierlieberen menschen hätte er wirklich nicht landen können!“

    nur zu gut weiß ich wie auffändig ein haushalt mit so vielen tieren ist und oft bin ich daran fast verzweifelt. aber ich konnte dieses starke gefühl nicht loswerden, dass dieses engelchen auf vier pfoten hier her gehört! die ersten kontakte mit den anderen drei katzen und den hunden verlief überraschend harmonisch. am wochenende nahmen wir uns vor, weiterhin nach aushängern ausschau zu halten, falls doch noch jemand nach dem kleinen mann suchen sollte.

    herz schlägt vernunft

    wie du dir denken kannst, hat hibiki stunde um stunde auch meinen mann um seine niedlich flauschigen pfötchen gewickelt. es kam wie es kommen musste, die familie wuchs um ein weiteres mitglied. so bekam der kleine kater den namen des lieblingswiskys meines mannes, hibiki!

    to be continued…

    mehr fotos und geschichten zu dem kleinen racker gibt es täglich auf instagram: @bibi_kitty_und_co

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