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  • love your soul

    positiv denken – ein missverständnis der zufriedenheit

    immer positiv - missverständnis des dauerglücklichseins

    über die letzten jahre sah ich zu, wie “positiv denken” und “dauerglücklichsein” erschreckende ausmaße annahm. ganz genau ich spreche wieder ein mal von social media. abgesehen vom inszenierten perfektionismus, tummeln sich zunehmend scheinglückliche lifelover und positivity-gurus. dort bist du nur wer, wenn du mindestens auf jedem zweiten foto ein strahlendes grinsen zum besten gibst. auf gar keinen fall darf #goodvibesonly fehlen! nur verständlich, wenn mit steigender reichweite, druck & kritik am ultra-gut-gelaunten-influencers eine bröckelnde fassade offenbart. hier glänzt offensichtlich nicht alles was gold, äh, positiv ist.

    der kampf der zwei wölfe

    in der hundeschule erzählte mir unsere trainerin damals, dass hunde ihr frauchen/ sein herrchen spiegeln. mir war klar was sie meinte, dachte ich. unsichere hunde spiegelten die unsicherheit des frauchens/herrchens wider. irgendwie verständlich nicht wahr? ja, schon aber ich bin auf eine ganz neue interpretation gestoßen. achtung, es folgt spirituelle tiefgründigkeit: jeder mensch trägt zwei verschieden anlagen in sich, sagen wir “gut” & “böse”. ungefähr so, wie in der metapher mit den zwei wölfen. in meinem fall bemerkte ich, das bibi ruhebedürfnis, friedfertigkeit, sensibilität und liebenswürdigkeit widerspiegelt. daiya hingegen offenbart meine rastlosigkeit, wissbegier, abenteuerlust und mein leidenschaftliches temperament.

    die metapher verdeutlicht die herausforderungen des lebens und den inneren kampf, den jeder mensch führt. auf der einen seite der böse wolf & auf der anderen der gute. positiv gegen negativ. das eine gegen das andere. der wolf, den man füttert, gewinnt logischerweise den kampf. mittlerweile, ist mir das alles zu… trivial, schätze ich. dieser gedanke von gut & böse und das man sich entscheiden müsste. es ist zermürbend, zerstörend, unbefriedigend. wenn ich mir meine beiden gegensätze auf vier pfoten ansehe, finde ich, sie dürfen beide raum in meinem leben einnehmen. und zwar gleich viel. alles ist richtig, alles hat seine berechtigung. balance, fühlt sich gut, richtig, authentisch an. sollten wir daher nicht alle facetten annehmen, anstatt immer nur nach dem guten, positiven, perfekten zu trachten?

    zufriedenheit, statt immer nur positiv denken

    entweder oder, oder doch lieber und?!

    menschen neigen gerne zu extremen. entweder rechts oder links. himmel oder hölle. entweder glücklich oder deprimiert. entweder oder! bestenfalls entscheidest du dich “richtig” oder du liegst “falsch”. puh, ziemlich einseitig oder etwa nicht? im laufe meines daseins, pendelte ich ebenfalls von einer seite zur anderen. freilich jedes mal felsenfest davon überzeugt, nun bin ich auf der richtigen seite. pendel ich immer noch? selbstversätndlich! das leben bleibt nie auf einer seite stehen. genauso wenig wie ein pendel. einleuchtend, oder! ebenso offensichtlich wie, dass sich die erde unaufhaltsam dreht. ein steter wechsel von dunkel und hell. auf winter folgt sommer. weshalb sollten wir also mit unserem gemütszustand krampfhaft an einem pendant festhalten? weshalb nur einen wolf füttern? unnatürliche spannung erzeugen. fast schon angst vor gegensätzlichkeiten schüren? weshalb vorgeben und vorleben, dass nur positiv denken ein glückliches leben ausmacht? wenn doch glücklichsein, vorangehend ein unglücklichsein erfordert?!

    auch an glück gewöhnt man sich

    abgesehen davon, dass unser gehirn nicht dafür designt wurde, um durchgehend glücklich zu sein, funktioniert es auf hormoneller basis ebenfalls nicht. unser gehirn ist ein werkzeug zur problemlösung. deswegen fällt es uns menschen ja so leicht das negative/ das problem zu erkennen. manchmal bzw. oft verbeißt sich das gehirn lieber daran. weil es eben dazu konzipiert ist: probleme lösen. hormone tun ihr übriges dazu. interessanterweise muss der wert des glückshormons zunächst einen niedrigen pegel aufweisen. um in einem “glücksfall” rasant anzusteigen. der sprichwörtliche glücksrausch hält widerum nur kurze zeit an. der haken an der geschichte: wir gewöhnen uns an dieses rauschgefühl und benötigen beim nächsten mal eine steigerung. der glücksmoment muss spannender, hochwertiger, exklusiver sein als zuvor. ähnlich wie bei einer abhängigkeit. wenn sich die dosis nicht erhöht, keine erneutes glücksgefühl. lottogewinner, zum beispiel, kehren nach einer gewissen zeit wieder auf ihr ausgangsniveau an glück oder zufriedenheit zurück. niemand kann dauerhaft glücklich sein, außer es liegt eine krankhafte störung vor.

    positiv denken

    positiv denken ≠ glücklich

    auf instagram & co. sehe ich einen weiteren trend, nein ich vermute sogar, dass dieses immer positiv denken tatsächlich aus der selbstoptimierungsszene rührt. was viele leider vergessen, schlimmstenfalls drängt dieses verfahren aus der persönlichkeits- oder motivationsbewegung labile oder depressive menschen weiter in den abgrund. das hat einen ganz einfachen grund. menschen mit gutem selbstbewusstsein profitieren tatsächlich ein wenig von den autosuggestionen. weniger selbstbewusste menschen setzt der anspruch des immer positiven denkens nur weiter unter negativen druck. lässt sie im worst-case darauf schließen, dass ihre situation eigenverschuldet ist. “du kannst ja gut lachen bei deinem perfekten leben!”, dürfen sich positiv-fluencer daher permanent anhören. “wenn ich so wie du wäre, ja dann könnte ich auch täglich mit einem lachen durch die welt laufen!”. wunderts wen? mich nicht. äußerlichen lebensumständen ist schneller höhere bedeutung beigemessen als man “positiv denken” sagen kann!

    zufriedenheit – das schaf im wolfspelz?!

    während ich so vor mich hinschreibe, fällt mir auf, dass ich selbst einem extrem verfalle. das extrem des verurteilens. schließlich darf man nicht vergessen, dass zwischen schwarz und weiß noch unendlich viele grauschattierungen existieren. ich möchte keines falls alle happy-influencer der täuschung bezichtigen. sicherlich haben auch sie nur gute absichten. die verpackung ist leider nur irreführend! quasi wie beim wolf im schafspelz, nur andersherum. ich wette, ihre wahre intention liegt etwas anderem zugrunde. zufriedenheit. gut, ich kann hierbei nur von vermutungen und von meiner warte aus sprechen. mein traum ist es, dass ich zufriedenheit in den herzen meiner leser*innen kultivieren kann. dass sie beide seiten akzeptieren können. schlechte, wie gute. in ihnen und in ihrem leben. dass sie es schaffen beiden wölfen gleichermaßen viel beachtung zu schenken. dass sie mutig aufs pendel hüpfen und sich von einer zur anderen seite mitschwingen lassen. meiner meinung nach, kann nur zufriedenheit schaffen, worum sich positiv denken zwanghaft bemüht: den dualismus vereinen.

    zwei zufriedene wölfe

    in wahrheit, brauchts nicht viel um zufrieden zu sein. es reicht schon, beiden gegensätzlichen kräften gleichviel raum zu geben. eines steht für das böse. für zorn, neid, eifersucht und arroganz. manchmal sogar für sorgen, traurigkeit, minderwertigkeitsgefühl und das eigene ego. auf der anderen seite stehen freude, liebe, hoffnung, glück, demut, mitgefühl und natürlich frieden. sie ist leicht erlernt, die kunst der zufriedenheit. ehrlich, denn zufriedenheit ist verstandbasiert. man entscheidet sich zufrieden zu sein. glück, hingegen, ist biologisch gesehen eine wechselwirkung von hormonen. warum also nicht der neue zufriedenheits-fluencer werden statt gott & der welt ewig anhaltendes glück vorzugaukeln?

    bleib liebevoll und voller liebe,

    deine zufriedene

    Schlaumaierin

  • weitere schlauheit in sicht

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