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    roadtrip mal unvernünftig – skandinavien roadtrip II

    spontaner roadtrip nach norwegen

     wenn bei einem roadtrip spontanität über vernunft siegt, wird es erst spannend. trotz start schwierigkeiten machten wir uns auf den weg richtung norwegen. passender hätte der auftakt zum abenteuer gar nicht sein können. aber ließ selbst.

    nö! kein bock mehr. aus und vorbei mit urlaubsstimmung. norwegen ist für dieses jahr wohl gestrichen! daiyas rasierter bauch, löste tränen aus. wenn es um meine tierkinder geht, kenne ich keine grenzen. auch keine emotionalen. es sollte einfach nicht sein. roadtrip war wohl nix. natürlich war ich enttäuscht. ebenso verärgert darüber, dass die gebuchte fähre ohne uns übersetzte. das geld ging futsch. eine unnötig verabreichte wurmkur, frustrierte obendrein. all diese emotionen ließen mir die freude auf den langerträumten vanurlaub im wildromantischen norwegen gehörig vergehen. wie kam es also doch noch zu einem roadtrip ins land der trolle und fjorde?

    auftritt: ritter in glänzender rüstung – christof!

    mein mann hat ein herz, so groß und gütig, das es nahezu unmessbar ist. zudem schenkte ihm das leben unerschöpflichen optimismus. er arbeitete unermüdlich in seinem hauptberuf. schaffte es in seiner geringen freizeit dennoch den van in liebevollster handarbeit umzubauen. ein kuscheliges, sicheres und praktikables heim auf vier rädern. jeder zentimeter optimal genutzt. mit moderner technik versehen. er kennt eben nur 100%. in diesem fall bemühte er sich sogar etwas mehr, uns den traum von norwegen roadtrip zu erfüllen. wie solls anders sein, nahm ihn das drama um daiya sichtlich mit. ebenso, mein mitleiden. nichts desto weniger, lies er nicht vom traumurlaub ab! ohne langes zögern, kaufte er intuitiv winterreifen und eine standheizung für franky. ende september ist es nachts in norwegen nicht mehr schnukelig warm. das ahnte er. in weniger als zwei tagen, waren reifen montiert und heizung eingebaut. ich staune heute noch über seine willenskraft!

    wo ein wille ist, ist auch ein überzeugender ehemann!

    während ich den norwegen roadtrip bereits abhakte, gab mein mann nicht so schnell auf. “mit dem wetter könnte es deutlich besser aussehen. lass uns davon aber nicht abhalten trotzdem hin zu fahren.” waren seine überzeugenden worte. da wusste er noch nichts vom sturmtief, das sich in richtung westen von norwegen aufmachte! zehn tage vergingen. fäden wurden gezogen. wurmkur erneut attestiert. hund war gesund und frauchen glücklich. wir hatten zu dem zeitpunkt mitte september. in aller letzter minute überredete er mich also doch noch. in windeseile packte ich unsere restlichen sieben sachen. sorgte dafür, dass mietzis in liebevolle hände kamen. hüpften in den van und tippten den nördlichsten punkt von deutschland ins navi. wir hatten keinen plan. keine buchungen. nichts. vernünftig wars nicht, aber das war uns egal.

    spontanität, volle kraft voraus!

    von wegen ich bin nicht spontan. pff, so spontan war ich noch nie in meinem leben! sieben stunden autofahrt später, gönnten wir uns eine schlafpause an einem autobahnrasthof. anders als erwartet, stellte sich schlaf höchstens als dösen heraus. etwas zerknirscht gaben wir den schlafversuch nach drei stunden auf. also, weiter gehts! zähneputzen check. auffrischen check. kaffee check. unsere roadtrip-route führte uns an flensburg vorbei mit einem letzten gassistopp unmittelbar vor dänemarks grenze (akita inu besitzer verstehen den zusammenhang). anschließend durchquerten wir dänemark in einem aufwasch. zu sehen gab es, links und rechts, nur landwirtschaftlich genutzte fläche. nächster stopp, fährenknotenpunkt hirthals. am hafen angekommen, warteten wir darauf an bord fahren zu dürfen. während dessen hielten wir ein schnelles nickerchen. breit grinsend strahlte chris mich an: „das! genau das, ist es was ich meinte. fahren, halten, schlafen, essen und in boxershort weiterfahren. das nenn ich freiheit!“

    keiner kommt von einer reisen so zurück, wie er weggefahren ist. – graham greene

    so glücklich habe ich chris schon lange nicht mehr gesehen. seine augen leuchteten. wie bei einem kleinen jungen der zum ersten mal im süßwarenladen steht. kleinwenig aufgeregt, rangierte er franky zum ersten mal in den bauch einer fähre. die hunde entspannten derweil im van. eine überfahrt mit der fähre bedeutete für mich nichts besonderes. für meinen mann jedoch schon. wie ich gleich bemerken sollte. schnell realisierten wir, dass es klüger gewesen wäre einen sitzplatz zu buchen. so schnell konnten wir gar nicht schauen, wie gesamte sitzbankreihen von großfamilien okkupiert wurden. selbst im treppenaufgang wurden decken ausgebreitet und als schlafgelegenheit genutzt. um ehrlich zu sein, nagten über 24 stunden anreise ohne vernünftige erholung, auch an unseren kraftreserven.

    eine schifffahrt die ist lustig…

    geldwechseln, ein kleiner einkauf und ein erfrischender spaziergang an deck belebten unsere geister für eine weile. you know what, wir erkämpften uns sogar einen sitzplatz! wäre da nicht dieses schaukeln. hin und her. rauf und nieder. mit jeder welle schwand christofs gesichtsfarbe. bis er kreidebleich vor mir saß und kein wort mehr herausbrachte. „toilette… irgendwo?“ flüsterte er gerade noch so. um schlimmeres zu verhindern, zerrte ich ihn an die frische luft. „besser?“ – „besser!“ eine tüte pommes hinterher, kurierte seine seekrankheit. das norwegen abenteuer startete mit einem großen „kawumm“ und dachte nicht im geringsten daran, an spannung loszulassen!

    I love places that make you realize how tiny you and your problems are.

    drei ein-halb stunden schaukelten wir über die nordsee. die letzte stunde davon schliefen wir. mit dem kopf auf unseren verschränkten armen ruhend. auf einem gastrotisch. zum glück war die durchsage laut genug, um mitzubekommen, dass wir in kristiansand eingetroffen sind. zu diesem zeitpunkt dauerte die anreise bereits über 24 stunden. deutlich erleichtert, stieg chris wieder in den bus. endlich gehts weiter, denn 70 kilometer sind es noch bis zu unserem ersten rastplatz. eine sache wär da noch. grenzkontrolle! mist, das haben wir wohl verdrängt. selbstverständlich kommen wir in die reihe mit einer peniblen kontrolleurin. bei ihren akribischen fragen bekamen wir beide für einen bruchteil einer sekunde schwitzige hände. denn in den impfässen unserer beiden hundedamen wurde das wurmkurdatum von der tierarzthelferin lediglich mit tipp-ex korrigiert und kugelschreiber überschrieben. zu unserem glück, lief alles glatt. wir schnupperten mit größtmöglicher erleichterung norwegenluft. und, hell yeah, es roch nach roadtrip abenteuer!!

    folgendes, habe ich aus dem zweiten satz der norwegen sonate gelernt. spontanität heißt unvernünftig sein, aber es lohnt sich. wo ein wille ist, ist auch ein weg. urlaub mit chris und ilona bedeutet sowieso, ohne ausnahme, abenteuer! den letzten teil der chris&ilona-norwegen-trilogie kannst du hier lesen. dort schreibe ich von regentagen, bremsflüssigkeit, sturmböen und anderen van-urlaub-geschichten.

    mit unvernünftigen grüßen,

    deine  schlaumaierin

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