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    social media, wir brauchen eine auszeit! offlineprojekt teil I

    social media auszeit im offline-projekt

    gedanken eines millenials zur nutzung von social media bzw. dem onlinesein

    das thema social media auszeit bzw. #socialmediadetox schlich sich im vergangenen jahr in zunehmend mehr influencer accounts. everyone ist talking about it! sei es twitter, instagram, facebook oder youtube. vermehrt millenials entscheiden sich bewusst für eine auszeit von den sozialen medien. warum aber ist ausgerechnet diese generation stärker davon betroffen? in diesem beitrag sprech ich anhand persönlicher erfahrung ausführlicher darüber. guess what, ich gönnte mir ebenfalls eine offline-pause.

    bildschirmzeit – fluch oder segen?

    der anlass für eine, mehr oder weniger, spontane trennung auf zeit war ein unscheinbares büchlein. bestimmt über zwei jahre ist es her. aus einer ausgabe der flow-zeitschrift trennte ich das arbeitsheft heraus. „das 7-tage-offline-projekt“. seit dem wandert es von einem ort zum anderen. mal lag es verbannt in einer schublade. mal demonstrativ auf meinem schreibtisch. quasi als permanente mahnung dafür, weniger online abzuhängen. bis zum lebensverändernden update von apple. das änderte alles *seufz*. anschließend äußerte sich die erinnerung an das heft immer öfter aus dem hinterstübchen. kein wunder, eine schlaue funktion namens „bildschirmzeit“ offenbarte grauenvolles. das ausmaß meiner smartphonenutzung: durchschnittlich knappe 3 stunden hängte ich täglich am iphone! den löwenanteil machte, trommelwirbel, soziale netzwerke aus. upsi.

    muss nur noch kurz die app checken…

    „halt! ganz offensichtlich gehört smartphone und social media zu meinem job.“, lautete ein kläglicher versuch, die exzessive handynutzung zu relativieren.  in der aufstellung fehlte jedoch die zusätzliche zeit am laptop und ipad. das sind deutlich mehr als vier stunden täglich. obviously! jegliche versuche die bildschirmzeit zu reduzieren scheiterten bereits wenige tage später. vor etwas über drei wochen, erreichte ich meinen absoluten tiefpunkt. ununterbrochen hing ich am smartphone: whatsapp, instagram, facebook (obwohl ich diese plattform nicht einmal ausstehen kann) und youtube! es ging sogar soweit, dass ich unterm gespräch mit einer freundin geistig abdriftete. ganz und gar nicht lag es an meiner freundin. ich wollte unbedingt checken ob kommentare auf den letzten post eingegangen sind. leider blieb es nicht nur bei geistig. ich griff im automatismus zum iphone. entsperrte, öffnete blind instagram und schielte auf die benachrichtigungen. stopp! das geht definitiv zu weit. damit ist die grenze des relativierens überschritten!

    was du stattdessen hättest tun können

    beschämt kehrte ich heim. schlurfte etwas geknickt zum schreibtisch und griff nach dem flow-büchlein. „ich habs dir ja gesagt“ könnte ebenso gut der untertitel lauten. ich schlug die erste seite auf und da stand sie. dick und fett unterstrichen. die aussage aller aussagen: „was du stattdessen hättest tun können“. hmmpf. einsicht ist der erste schritt zur besserung, nicht wahr? so musste ich einsehen, dass ich viel zu viel zeit am smartphone, laptop und ipad verbrachte. hier der eigentliche knackpunkt: völlig unproduktiv! wem mach ich was vor? ich versumpfte für gefühlte ewigkeiten im sozialen feed. und warum? aus einem flüchtigen moment heraus von nichts-zu-tun-haben-überbrücken. ehe ich mich versah, hatte ich keine zeit mehr für dies oder jenes. joggen an der frischen luft zum beispiel. in aller ruhe essen kochen. mit mami am telefon ratschen. einen gemütlichen abend als paar verbringen. mehr mit den hunden spazieren gehen. fotografieren. kreativ sein. buch lesen. entspannt pflanzen pflegen. the list goes on and on! social media hat mich geschickt meiner kostbaren lebenszeit beraubt. oder ich mich selbst?

    ich habe keine zeit, fürs keine zeit haben

    für einen kurzen moment fühlte ich scham. gigantischen ausmaßes. dies mal gab ich mich dem schwarzen loch des internets nicht hin! stattdessen las ich in ruhe das flow-büchlein. ich blieb bei fragen hängen wie: „wirst du weniger vom handy abgelenkt, wenn du es nicht ständig vor augen hast?“ oder „wie fühlt es sich für dich an, eine weile mal nicht erreichbar zu sein und das handy zu hause zu lassen?“ stetig wuchs das schamgefühl an, weil ich mir anhand ehrlicher antworten bewusst wurde, wie abhängig ich vom „wischkastl“ geworden bin. ich schätze meine aussage „ich habe keine zeit für xy“ müsste ich ebenfalls hinterfragen. ist es wirkich so? habe ich keine zeit oder setze ich meine prioritäten falsch? was ist wichtiger? non-stop up-to-date sein oder ein zufriedener gemütszustand? ein intensiver zwischenmenschlicher austausch oder eine schnelle sprachnachricht? ein gelebtes leben oder künstlich inszeniertes traumleben?

    komunikationsunfähig durch social media?

    heute: statt eine langjährige freundin anzurufen und mit ihr auf nen kaffee treffen, wechsel ich sprachnachrichten. in meiner jugend und frühen zwanziger gabs das alles nicht! früher: wir verabredeten uns, trafen uns zum spazieren an der donau. picknickten. gingen aus, so richtig ohne smartphones und selfiewahnsinn. reale zwischenmenschliche interaktionen. erst recht wenns etwas zu klären gab! allein des anstands halber. man traf sich face-to-face, um ein thema aus der welt zu schaffen. heutzutags ist das einzig reale die stimme, die aus dem handylautsprecher tönt. freilich ist es einfacher sich mit direct messages, sprachmemos und kommentaren auszutauschen. das will ich gar nicht leugnen. mir fällt allerdings vermehrt auf, dass genau mit diesem vorteil ein gravierender nachteil einhergeht: die kommunikations-un-fähigkeit. damit meine ich die feinen nuancen des zwischenmenschlichen umgangs, die verloren gehen. sei doch mal ehrlich. du interagierst in sozialen netzwerken, per whats app und co. manchmal anders als wenn du persönlich mit einem menschlichen counterpart sprichst. oder etwa nicht? im laufe der letzten jahre sind mir einige menschen/ internet user begegnet, die merklich verlernt haben mit ihren mitmenschen angemessen zu kommunizieren. schnell ist ein bissiger kommentar verfasst. eine nachricht völlig falsch interpretiert oder schlimmer noch, eine diskussion eskaliert. der umgangston auf sozialen medien nimmt erschreckend schnell an schärfe und sogar respektlosigkeit zu. eigentlich sollte doch die möglichkeit der vielfältigen kommunikationwege das genaue gegenteil bewirken?

    die epidemie der einsamkeit

    kein wunder, dass sich heutzutags viel mehr menschen einsam fühlen. vorallem millenials. ich bin eine von ihnen. ich fühlte mich vor der challenge unheimlich einsam. obwohl ich ununterbrochen kontakt zu allen möglichen menschen hatte. mit einem swipe hatte ich die gesichter meiner eltern am iphone. videotelefonie mit einer freundin aus dubai. gifs per whats app versenden. rund um die uhr austausch mit gleichgesinnten in sozialen netzwerken. genau hier liegt das problem. bei all den kommunikationsformen hatte ich ein lebloses elektronikgerät als mein physisches gegenüber. dafür sind wir menschen nicht geschaffen! um das bedürfnis sozialen kontakts zu erfüllen, benötigen wir ein gegenüber aus fleisch und blut. bestenfalls menschlicher natur. wir haben die gabe körpersprache wie mimik und gestik zu deuten. wir spüren die gegenwart unseres gesprächspartners. emotionen, vibes und berührung. gedankenexperiment: stell dir doch nur ein mal vor, ein baby würde nur per facetime, whatsapp oder instagram mit seinen eltern kommunizieren. völlig absurd, oder! ja du lachst noch, aber warum sollten wir erwachsenen geschöpfe nicht ebenso abhängig sein von körperlich anwesenden kommunikationspartnern?

    millenials wissen noch, wie es vorher war

    wir millenials wissen es tatsächlich besser. die meisten von uns wuchsen in einer zeit vorm non-stop-online-sein auf. deshalb leiden wir gefühlt in höherem maße, als die ältere oder jüngere generation. uns quält eine innere zerrissenheit. auf der einen seite, streben wir danach jedes bisschen highlight  aus unserem leben hochzuladen bzw. mit der welt zu teilen. (mir fällt spontan die aussage einer influencerin ein: „wenn es nicht auf instagram deinen persönlichen feed ziert, ist es dann überhaupt in real life passiert?“) auf der anderen seite, lechzen wir uns nach unbeschwertheit. entspannt durchs reale leben zu gehen. unabhängig davon ob onlinepersönlichkeit/onlinejob oder nicht.

    langer rede kurzer sinn, die social media welt ist nicht der feind

    wie mit allem im leben, braucht es ein gesundes maß. tut mir leid. ich habe keine neue weltbewegende erkenntnis in meiner online-abstinenz gewonnen. soziale netzwerke sind nicht das wahre problem. unser anspruch an sie und umgang damit schon. sie können unser bedürfnis sozialer interaktionen nicht ersetzen. bereichern hingegen schon. wer tendenziel zu exzessivem abhängigkeitsverhalten neigt, sollte lediglich auch diesen bereich mit risikopotential bewerten. desweiteren stellt sich mir die frage, was bedeutet mir die onlinewelt? klingt absolut banal aber an diesem punkt wurde mir erst richtig klar, wie selbstverständlich der „online-zustand“ für mich geworden ist. überall und jederzeit erreichbar sein, gehörte zu meinem wohlbefinden dazu. frag meinen mann, der kann dir ein lied davon singen. oft lachte er mich aus, wenn ich wenige sekunden nachdem ich ins auto stieg, frenetisch nach meinem iphone suchte. wehe ich hatte es nicht sofort zur hand. dann folgte ein hysterischer aufschrei „ stopp, ich hab mein handy vergessen!“ was in den seltensten fällen der wahrheit entsprach. mein smartphone folgt mir auf schritt und tritt.

    mein resümee 

    insgesamt hielt ich eine woche (mehr oder weniger) offline aus. kein youtube, kein instagram etc., so wenig smartphone wie nur irgendmöglich. in insgesamt drei wochen, schränkte ich den zugriff auf whatsapp, instagram und suchanfragen am smartphone nur aufs nötigste ein. den ersten tag verbrachte ich damit den automatismus zu durchbrechen: griff zum handy, wisch nach links, app antippen, kein resultat weil app (instagram, facebook, safari) gelöscht, kurzes stutzen, begreifen, handy wieder weglegen. am zweiten tag schaffte ich es sogar das handy den gesamten vormittag nicht in die hand zu nehmen. an den tagen darauf, war es für mich kein problem mehr das handy bei einkäufen etc. komplett daheim liegen zu lassen. in der zeit, in der ich wie gewohnt am smartphone hing, nutzte ich im austausch dazu um beispielsweise ein buch zu lesen. untertags mit den katzen zu schmusen. beim warten an der kasse menschen zu beobachten. bimmelfreie mahlzeit mit meinem ehemann zu genießen. mein persönliches highlight war ein moment der langeweile, den ich mit vollem bewusstsein genossen habe. einmal verleitete stau auf der autobahn zum griff nach dem handy. zu meiner überraschung legte ich es innerhalb weniger sekunden wieder entspannt beiseite. ich bin ziemlich stolz auf mich, das ich mein problem erkannt habe. einen weg fand um neue wertschätzung gegenüber der online-welt zu gewinnen. bewussten umgang mit meinem smartphone lerne und weiterhin an mir arbeite um generell gemäßigten umgang mit sozialen medien beizubehalten.

    um ehrlich zu sein, gibt dieser erste beitrag nur einige wenige denkanstöße zum thema umgang mit social media. im ergänzenden beitrag nenne ich lösungsvorschläge, tipps und ideen für einen ausgewogenen umgang mit instagram, smartphone und co. es lohnt sich definitiv auch dort vorbei zu schauen.

    hast du schon einmal darüber nach gedacht ein offline-projekt zu starten? vielleicht nur für ein paar tage? oder hast du dir noch gar keine gedanken dazu gemacht? schreib mir deine gedanken, gerne auch auf meinem instagram account @morelove.lessbullshit.

    bis dahin bleib liebevoll und voller liebe,

    deine soziale schlaumaierin

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