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    was alles schiefgehen kann, bei urlaubsplanung mit hund in norwegen – norwegen roadtrip teil I

    hab ich dir eigentlich schon von unserem norwegen roadtrip erzählt und wie er beinahe ins wasser fiel? spannenderweise hängt es mit unseren hunden zusammen. nein, hab ich nicht? du ahnst aber das ich es in diesem beitrag tue. du schlaues ding du! wo fange ich am besten an? ahja, damit das ich vor zwei jahren im umzugsstress in unser neues haus den tollwut-impftermin unserer jüngsten hündin vermasselt habe. 

    wer braucht da noch eine alarmanlage

    zunächst zum norwegen-roadtrip vorspiel, wie ich es liebevoll nenne. total aufgekratzt und übereifrig, planten wir letztes jahr den langersehnten norwegen urlaub. das hielt uns über sämtliche umbaustrapazen von franky bei laune. untypisch für uns zwei, haben wir sogar ne feste route geplant. mit all den standorten wo wir übernachten, touriplätze abchecken und tank/einkaufsmöglichkeiten finden. überaus erwachsen, ich weiß *zwinkerzwinker*. 

    unsere daiyamaus hatte vor dem geplanten norwegenurlaub glück im unglück

    gen hochsommer näherte sich das finale des van-umbaus. wir lasen uns in foren über norwegenurlaub mit hund ein. stimmt, da war ja was! vor einreise ins schöne norwegenland muss eine aktive tollwutimpfung bestehen. ebenfalls eine attestierte entwurmung vom tierarzt. a bisserl mulmig war mir zumute, als ich in der schublade nach heimtierausweisen kramte. im hinterkopf klingelte es etwas. ich ahnte wohl in dem moment, dass ich etwas wichtiges vergessen habe. erster blick in bibishiis pass brachte vorerst erleichterung. puhh, bei ihr ist bis auf entwurmung alles erfüllt! mal gucken wie es bei daiya ausschaut. großer gott, sie hat keine aktive tollwut impfung. mist, verdammt! das war es also!

    zuckersüße maus beim posen im herbstlichen norwegen

    das die dinge nicht wie geplant laufen, wurde uns wieder einmal mit einem paradebeispiel bewiesen. john lennon, der alte fuchs, wusste es damals schon: leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere pläne zu machen. kein problem, dann schieben wir urlaub und pläne eben in den september hinein. das norwegenwetter sollte bis dahin noch einigermaßen auszuhalten sein. „was schatz, eine standheizung? ne ne die brauchen wir sicher nicht.“ von wegen, aber dazu kommen wir später. 

    einige piekser und 107 € später, verließen unsere hundemädls glücklich und durchgeimpft den tierarzt. „man sieht sich in vier wochen“. gesagt getan, beehrten wir den tierarzt ein zweites mal für auffrischimpfung und hinterließen weitere 107€ im doktorportemonnaie. spitze, daiya muss nur noch 21 tage warten. aber dann darf sie endlich offiziell nach norwegen einreisen. wuiipii… die freude war groß. vorausschauend wie unsere hundedamen nunmal sind, verlegten sie ihre läufigkeiten in den hochsommer. ich dummerchen, freute mich in dem moment über den doch noch vermeintlich reibungslosen ablauf. 

    bibishii hat norwegen trotz der dramen definitiv genossen

    unsere urlaubspläne feilten wir währendessen weiterhin präziser aus. buchten günstige fähren. „pff, wer braucht schon rücktrittsversicherungen, hahaha!“. packten franky voll bis unters dach. arrangierten alles weitere und zählten die tage. haargenau zwei tage vor abreisetermin, machte ich eine unangenehme entdeckung. als ich zum schuhschrank gehen wollte, um gassischuhe herauszuholen, trat ich beinahe in eine pipilake. wenig abstand daneben mittelgroße bluttropfen. eines der akita-mädchen muss wohl eine blasenentzündung bekommen haben. auweh! keine von beiden kam mir krank vor! sowas merke ich doch normalerweise sofort! was solls, wenn wir morgen eh zum tierarzt müssen wegen entwurmung, dann kann ich ja auch gleich urinprobem mitnehmen. am abend rannten wir mit schöpfkellen hinter hundehintern. im nachhinein lache ich über unsere routiniertheit in solchen dingen 😀

    in norwegen waren schließlich alle unannehmlichkeiten vergessen

    in aller herrgottsfrühe hüpften bibi, daiya und ich ins auto. die sonne strahlte am wolkenlosen himmel. ich erinnere mich noch zu gut daran, dass ich voll und ganz in urlaubsmodus geschalten habe. norwegen roadtrip here i come! die tierärztin begrüßte uns mit einem lächeln. ich drückte ihr die urinproben in die hand. sie wiederum verabreichte den hündinnen die entwurmung und erledigte das verlangte bürokratische. entspannt widmete sie sich nun dem vermuteten blasenproblem. unsere große, hatte schon mal kein problem. allerdings weiste keine der urinproben ein blasenproblem auf! diese erkenntnis machte die ärztin stutzig. aus entspannung wurde sehr schnell hektik. denn die erklärung lag in wenigen atemzügen auf der hand. bei daiya entdeckte sie etwas, das mir den magen binnen sekunden umdrehte. eiter in der scheide! alarmglocken – ach was – alarmsirenen schrillten in meinem kopf. gebärmutterentzündung! 

    hund und mensch kamen in norwegens natur auf alle kosten

    ab dem zeitpunkt der gestellten diagnose, ging alles verdammt schnell. im ultraschall sah man tatsächlich schon eine anfängliche gebärmuttervereiterung. ich sollte mich innerhalb der nächsten 15 minuten entscheiden. notkastration oder nicht. risiko oder nicht. leben oder nicht. mein baby, mein armes hundebaby. doch nicht mein kleines daiyalein!!! meine wahrnehmung verzerrte sich zu einem gemisch aus dumpfen pochen und insichverlaufenden farben. ich weiß nur noch, das ich die leinen der beiden hunde an mich riss und aus der praxis stürmte. heulend. zitternd. panisch. raus, nur noch raus hier. 

    immer diese dramen, pff! bibi wusste das alles gut wird

    ich lief mit daiya und bibi im schlepptau einen schmalen feldweg entlang. einige meter. bis ich mich auf den boden fallen ließ. mit wedelnden schwänzchen schleckten sie meine salzigen tränen von den wangen. als ich anfing nach handynummern zu suchen, schnüffelten sie beschwichtigend am gras. zuerst freundin anrufen. „ilona was ist passiert?? bleib wo du bist, ich bin sofort da!“. okay. ich brauche rat. rat eines experten. ich rief einen lieben freund und zugleich bibis züchter an. „ilona, handle zum wohle des hundes“. okay. ich muss chris anrufen. „liebling, beruhig dich und vergiss alles andere. unsere tiere gehen immer vor!“. okay. tief ein- und ausatmen. das ging noch eine weile so, bis ich eine erlösende stimme hörte. erst jetzt fing ich an zu realisieren. erfreut über elisas erscheinen, stürzten sich bibi und daiya über meine beste freundin. sie munterte mich auf, tröstete und erklärte als fachkundige alles was mit der op zutun hatte. sie begleitete uns wieder zurück in die praxis. dort gab ich mein einverständis. daiya entspannte neben mir und wurde schließlich abgeholt. 

    oft habe ich bibi gedankenverloren in die ferne blicken sehen

    wissend um christofs besorgnis, hatte ich ein schlechtes gewissen. denn er eilte aus seinem arbeitstermin in windeseile nach hause. gemeinsam holten wir daiya, wenige stunden später nach der erfolgreichen notkastration, in der tierklinik ab. sie torkelte zu uns dreien und bekam erstmal viele schnuffler und drückerchen. in einen sexy hundebody gepackt ging es anschließend nach hause. wo ich erstmals realisierte was das alles zu bedeuten hatte. urlaub ist wohl vorerst gestrichen. die konsequenzen sprachen eindeutig gegen eine lange autofahrt, kilometerlange wanderungen und ungewisse tierarztversorgung. mit diesem wissen legte ich meine urlaubsstimmung ziemlich schnell wieder ab.

    daiya am bergsee - norwegen roadtrip
    das rasierte bäuchlein sah man noch eine ganze weile, aber das tat der akita schönheit keinen abbruch

    zehn tage ruhe sollten wir ihr mindestens zur erholung geben. erst nach diesem zeitraum konnten die fäden gezogen werden. das bedeutete: die verabreichte wurmkur (maximal fünf tage bis einreise) war sinnlos. sämtliche buchungen, die bezahlt wurden, rausgeschmissenes geld. urlaub meines mannes, der unter größter sorgfalt freigeschaufelt wurde. tja wie soll ichs ausdrücken, für die katz! oh ja, aber hallo, was hab ich geheult vor frustration!! im nachhinein kann ich nur darüber lachen. denn wir hatten ein gigantisch großes glück!! glück im unglück, wie man so schön sagt. denn die gebärmuttervereiterung hätte auch unentdeckt bleiben können und daiya wäre uns im urlaub hops gegangen. das wäre definitv die dramatischere katastrophe, nicht wahr.

    dem himmel sei dank, ist alles so gelaufen wie es gelaufen ist. ich bin dankbar das meine lakritznase wohl auf ist. ihr geht es als kastrierte hundedame sichtlich besser als zuvor. denn das war meine größte sorge, dass ihr dieser eingriff schaden würde und ihr leben unnötig verkompliziert. sie und bibi sind nach wie vor ein herz und eine seele. diese tatsachen lassen mich mittlerweile über das norwegen-drama lachen. zu alle dem lernte ich den wert von rücktrittversicherungen erst so richtig zu schätzen!

    uiuiui, dieser beitrag ist länger geworden als gedacht. da ich eine raffinierte bloggerin bin, schreibe ich zwei weitere teile. im zweiten akt der norwegen roadtrip trilogie, erzähle ich von vorfreude die über vernunft siegt. strapazen einer spontanreise und wie sich fähren auf sensible gemüter auswirken.

    mit dramatischen grüßen,

    deine schlaumaierin

  • weitere schlauheit in sicht

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